Dalton

Was ist das?


„Dalton ist idealerweise kein System, sondern eine Lebenseinstellung", formulierte Helen Parkhurst, die vor gut hundert Jahren Verantwortung, Freiheit in Beschränkung und Zusammenarbeit zu den Grundlagen ihres Unterrichtskonzepts machte. In dieser Tradition ist es unser Ziel, die Selbstständigkeit unserer Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu entwickeln.

Zentrale Elemente unseres Unterrichts sind die Dalton-Stunden, die Daltonaufträge und die Daltonplaner. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen unter der Begleitung durch ihre Tutoren und Klassenleitungen, ihren Arbeitsprozess individuell zu planen, ihn umzusetzen und ihn für zukünftiges Handeln zu evaluieren. Wir legen Wert darauf, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Initiative ergreifen und Verantwortung zu tragen. Wie bei kaum einem anderen Unterrichtskonzept gelingt es durch das Arbeiten und Lernen während der Daltonstunden, eine von Respekt getragene Schulatmosphäre zu erleben.

Auch für unsere Mitarbeiter bieten wir eine erfüllende Arbeitsumgebung, die ihnen viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet, engagiert pädagogischen wirksam zu werden und die vielfältigen beruflichen Erfahrungen für ihre Professionalisierung zu nutzen. Lehrkräfte in Daltonschulen sind qualifiziert, selbstbewusst und proaktiv.

Das Dalton Gymnasium

Dalton Vereinigung Deutschland

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Die Gründungsmitglieder der Dalton Vereinigung Deutschland sind Lehrerinnen und Lehrer, die angesichts der Probleme, die der klassische (Frontal-)Unterricht am Gymnasium zunehmend deutlich macht, nach Wegen suchten, Unterricht anders zu gestalten. Dabei erwies sich die Dalton-Pädagogik als eine Lösung, die im Rechtsrahmen des Schulsystems Nordrhein-Westfalens modellhaft umgesetzt werden konnte, weil sie die Elemente des klassischen Unterrichts praktikabel mit dem Element der Selbsttätigkeit verbindet.

WAS IST DALTON-PÄDAGOGIK?

"I have a dream"




Der sogenannte Dalton-Plan wurde vonder amerikanischen Pädagogin Helen Parkhurst (1887 – 1974) entwickelt. Mit gerade einmal 18 Jahren stand sie vor dem Problem, in einer Kleinstadt im ländlichen US Bundesstaat Wisconsin eine Gruppe von ca. 40 Schülerinnen und Schülern zwischen 4 und 14 Jahren unterrichten zu müssen. Sie war die einzige Lehrerin und es gab nur einen Klassenraum. Schnell wurde ihr klar, dass sie unter diesen Umständen den unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Kinder durch klassischen dozierenden Frontalunterricht nicht gerecht werden konnte. Anstatt zu verzweifeln machte sie aus der Not jedoch eine Tugend.Sie verlagerte den Blickwinkel vom Lehren („Lehrerseite“) auf das Lernen („Schülerseite“) und sie entwickelte eine Unterrichtsform, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichte, sich weitgehend selbstständig die Unterrichtsinhalte zu erarbeiten, indem sie so häufig wie möglich zusammen und eigenständig arbeiten sollten. Dazu richtete sie z.B. Gruppentische (subject corners) ein, entwickelte schriftliche Arbeitsanweisungen (assigments) und Wochen- sowie Monatspläne (units) für ihre Schüler.

Nicht zuletzt dadurch, dass Helen Parkhurst 1914 nach Italien ging, um mit Maria Montessori zusammen zu arbeiten, gibt es Ähnlichkeiten zwischen den beiden reformpädagogischen Ansätzen. Während sich die Montessori-Pädagogik jedoch vorrangig dem individualisierten Lernen im Primarstufenunterricht widmet, entwickelte Parkhurst eine Arbeitsweise, die besonders dem selbstständigen Lernen in den Altersklassen der heutigen Sekundarstufe I und II gerecht wird.

In New York eröffnete sie die auch heute noch existierende „The Dalton School“, dieals eine der namhaftesten Schulen in den USA gilt. Viele berühmte Forscher, Künstler und Personen der Öffentlichkeit sind aus ihr hervorgegangen. In den Niederlanden wurde 1925 die erste Daltonschule in Den Haag eröffnet und seit 2005 arbeitet als erste deutsche Schule das Gymnasium der Stadt Alsdorf ganzheitlich nach dem Dalton-Plan. Helen Parkhurst hat ihre Erfahrungen in ihrem zentralen Werk „Education on the Dalton Plan“ niedergeschrieben.